Die Luftmacher: unsere Pflanzen


Das Geheimnis um die kahlgefressenen Pfaffenhütchen

Pfaffenhütchen-Gespinstmotte ungefährlich für Mensch & Pflanze

Jedes Jahr können Gartenbesitzer, die in Ihrem Garten u.a. Pfaffenhütchen haben, Zeuge eines erstaunlichen Naturphänomens werden. Die Raupen der Pfaffenhüttchen-Gespinstmotte fressen innerhalb kürzester Zeit den Busch kahl und überziehen diesen mit Gespinstfäden.

Auf den ersten Blick wirkt es etwas gespenstig, oft wird durch Unwissenheit auch hier zu chemischen Mitteln gegriffen, das ist aber gar nicht notwendig. Auch der Strauch selbst braucht nicht runtergeschnitten werden.

 

Die Raupen der Gespinstmotte sind für Mensch und Pflanze völlig ungefährlich.

Nach wenigen Wochen ist die Raupe verschwunden und die kahlgefressene Pflanze wird ihre Blätter auch wieder austreiben.

Die Raupen verpuppen sich am Stammfuß und schlüpfen im Juli. Heraus kommt ein sehr kleiner weiß bräunlicher Falter.

Ein Naturphänomen das von jedem Gartenfreund beobachtet werden kann!

(N. Rothmaier, 2021)


Der Berberitzenstrauch

Berberis vulgaris – einheimisch, wertvoll und fast vergessen

Die einheimische Berberitze ist ein mit Stacheln bewehrter Strauch, der etwa 2 bis 3 Meter hoch und breit wird. Im Frühjahr blüht er gelb, mit intensivem Duft. Bienen und Hummeln finden reichlich Nektar.

Der Strauch trägt rote, etwa 1 cm lange, eßbare Früchte, die reich an Vitamin C sind. Man kann daraus Marmeladen und Gelees herstellen. Auch Rührkuchen, mit einer Handvoll Berberitzen darin, bekommt eine leicht säuerliche, imteressante Note im Geschmack.

 

Heute geschützt: Früher vielerorts fast ausgerottet (Überträger des Getreiderosts), ist die Berberitze heute wieder ein wichtiger Bestandteil unserer einheimischen Flora. In einigen Bundesländern steht sie sogar auf der Roten Liste.

 

TIPP: Berberitzen sind auch für den Garten geeignet – als Hecken- oder Einzelstrauch.

Da die Gartencenter fast ausnahmslos nicht einheimische Pflanzen anbieten, empfiehlt es sich, in Gärtnereien oder Baumschulen direkt nach Berberis vulgaris zu fragen.

(U. Postler, 2016)