Quartiere für Fledermäuse

Dauerhafte Sicherung eines Quartiers der

Zweifarbfledermaus und Monitoring

Zweifarbfledermaus, Foto: Markus Nolf
Zweifarbfledermaus, Foto: Markus Nolf

Auf dem Dachboden eines Einfamilienhauses in Madlitz/Wilmersdorf (Landkreis Oder-Spree) hat sich seit Jahren eine Wochenstube der Zweifarbfledermaus etabliert. Sie ist seit dem Sommer 2008 bekannt.

Das Gebäude wurde von der Eigentümerin bisher als Zweitwohnsitz überwiegend an den Wochenenden genutzt.

 

 

Zukünftig soll es als Hauptwohnsitz genutzt werden. In diesem Zuge ist auch die Erneuerung des Daches erforderlich. Das Dach des Hauses sollte im Jahr 2015 saniert und umgebaut werden. Die Eigentümerin hat grundsätzlich keine Probleme mit den Tieren im Dach, wenn durch entsprechende bauliche Maßnahmen sichergestellt wird, dass es zu keiner gravierenden Nutzungseinschränkung des Dachraumes und zu keiner Schmutzbelästigung kommt. Da es durch entsprechende bautechnische „Extras“ zu einem höheren, durch die Eigentümerin nicht tragbaren Kostenaufwand von 3000 € kam, wurden diese durch das LUGV und den NABU-Kreisverband Fürstenwalde getragen. Darüber hinaus betreute und begleitete der NABU-KV Fürstenwalde das Bauvorhaben.

 

Die Maßnahme wurde durch Petra Tracz und Kerstin Genz von der NABU-OG Fürstenwalde fachlich begleitet. In mehreren Nächten wurden Ausflugzählungen  durchgeführt. Durch diese und durch die Sichtkontrollen auf dem Dachboden konnten in diesem Jahr aber leider keine Nachweise der Zweifarbfledermaus erbracht werden.

Während der Baumaßnahmen gab es regelmäßige Abstimmungen zwischen der ausführenden Firma, der unteren Naturschutzbehörde (Lutz Ittermann) und uns. Wir freuen uns, dass am 17. November 2015 die positive Bauabnahme durch die untere Naturschutzbehörde erfolgte.

In der Hoffnung, dass die Tiere im kommenden Jahr das neue alte Quartier wieder nutzen, werden in 2016 die Kontrollen im Rahmen des Monitorings weitergeführt. Wir werden über die Ergebnisse berichten.

 

von Kerstin Genz, November 2015


Ausbau eines Winterquartiers in Fürstenwalde

 

Am Abend des 30. Juni 2014 trafen sich einige Mitglieder der NABU–Ortsgruppe Fürstenwalde, um ein bestehendes Fledermauswinterquartier der Stadt Fürstenwalde/Spree zu optimieren. Die untere Naturschutzbehörde spendierte dazu eine Ladung Hohlblocksteine, die dann mit viel Mühe und Muskelkraft hin zum Quartier und dann ins Quartier hinein transportiert wurden.

 

Die Hohlblocksteine mit unterschiedlichen Kammergrößen sollen als zusätzliches Angebot zu den vorhandenen Strukturen optimale Hangverhältnisse schaffen.

 

Die Hälfte der Steine konnte angebracht werden, nicht zuletzt durch die tolle Vorbereitung (Herstellung einer Bohr-Schablone) durch Per und Lutz. Da dann der Akku der Bohrmaschine leer war, machten wir gegen 20.00 Uhr auch Schluss.

Wir werden in weiteren Aktionen die verbliebenen Steine anbringen und sind schon sehr gespannt, ob sie angenommen werden.

 

Kerstin Genz, 2014

 


Bau eines Winterquartiers in den Gosener Bergen

Mopsfledermaus, Foto: M. Podany
Mopsfledermaus, Foto: M. Podany

Im Sommer 2010 wurde in den Gosener Bergen am Stadtrand Berlins der Abriss von ehemals durch die Stasi genutzten Gebäuden weitergeführt. Hierbei sollte auch ein unterirdischer Schießraum „beerdigt“ werden. Durch viele organisatorische Bemühungen und mit Einverständnis der dortigen Revierförsterei konnten die NABU-Aktiven diesen vor dem Abriss retten.

Nach umfangreicher Informations- und Materialbeschaffung fand im August 2010 ein Arbeitseinsatz statt, bei dem der kleine „Bunker“ fledermausgerecht umgebaut wurde: Der Müll wurde herausgeräumt und aus Steinen und Holz wurden zahlreiche Versteckmöglichkeiten geschaffen. Der Eingangsbereich musste völlig neu gemauert werden. Eine schwere Stahltür mit Einflugschlitz wurde besorgt und musste mit Türrahmen eingebaut werden.

 

Schon im Dezember 2010 konnten wir bei der ersten Kontrolle des neuen Winterquartiers dann ein Graues Langohr als ersten Überwinterer in den Mauerfugen "begrüßen".

 

Im folgenden Winter konnten jedoch keine Kontrolle und Zählung mehr durchgeführt werden, da sich die Eingangstür nicht mehr öffnen ließ. Wieder wurde ein umfangreicher Arbeitseinsatz notwendig. Dieser erfolgte im Sommer 2012. Die Stahltür musste komplett herausgenommen und ein neues Schloss eingebaut werden. Das alte wurde offenbar durch Vandalismus beschädigt.

 

Um einer erneuten Zerstörung vorzubeugen, wurde ein Hinweisschild angebracht, mit der Bitte, den Tieren ihren Schlafraum zu lassen und mit dem Angebot einer Besichtigung nach Absprache mit uns. Außerdem konnten wir nun endlich auch die Unmengen des dort noch verbliebenen Sandes heraustragen und große Wasserbehältnisse aufstellen, die zusätzlich für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen sollen.

 

Erfreulicherweise wurde das Quartier bisher in jedem Winter von Fledermäusen als Schlaf- und Überwinterungsplatz aufgesucht. Nur die Sicherung der Eingangstür ist bisher noch nicht erfolgreich gelungen. Sie wurde jedes Jahr beschädigt und aufgebrochen.


Miriam Maschewski

 

Graues Langohr im Winter 2010/2011, Foto: T. Becker
Graues Langohr im Winter 2010/2011, Foto: T. Becker